April 17, 2026
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Früher Frühling

  • February 14, 2026
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Früher Frühling

Früher Frühling

Die vierjährige Aljonka betrachtete neugierig den neuen Bewohner des Hofes – einen grauhaarigen Rentner mit einem Stock.

„Opa, bist du ein Zauberer?“ fragte sie.

 

„Nein, meine Beine tun nur weh“, lächelte Egor Iwanowitsch.

Seitdem kam das Mädchen oft zu ihm: Sie erzählte ihm Neuigkeiten, und er schenkte ihr Süßigkeiten.

Aljonka aß die Hälfte und bewahrte den Rest für ihre Großmutter auf.

„Warum isst du nicht alles?“ wunderte sich der Nachbar.

„Für Oma muss auch etwas übrig bleiben“, antwortete sie.

Gerührt von der Freundlichkeit des Mädchens gab er ihr beim nächsten Mal gleich zwei Bonbons.

Wieder teilte Aljonka das Geschenk – diesmal für Mama und Papa.

Die Großmutter bedankte sich höflich und bat, keine Süßigkeiten mehr zu geben. So wechselten sie auf Nüsse – „für die Gesundheit“.

Aljonka steckte sie in ihre Taschen, und die Großmutter scherzte: „Meine kleine Eichhörnchen-Dame sammelt Nüsse!“

Bald konnte Egor Iwanowitsch ohne Stock gehen. Aljonka lief neben ihm her:

„Eins-zwei, drei-vier!“ rief sie und gab Kommandos.

So spazierten die drei zusammen – das Mädchen, die Großmutter und der Nachbar – durch den Park und freuten sich über die Freundschaft, die ihr Leben wärmer machte.

„Sie verwöhnen sie ein wenig“, sagte Vera Sergejewna verlegen. „Süßigkeiten sollte es nur zu besonderen Anlässen geben.“

Egor erzählte, dass er seit fünf Jahren Witwer sei und kürzlich die Wohnung gewechselt habe – er habe eine Ein-Zimmer-Wohnung genommen, sein Sohn mit Familie die Zweizimmerwohnung.

Einige Tage später kamen Vera und Aljonka mit einem Kuchen zu ihm.

Beim Tee betrachtete das Mädchen neugierig seine Bücher und Bilder, während die Großmutter lächelnd zusah, wie lebendig der Nachbar beim Gespräch wurde.

So entstand eine Freundschaft. Im Sommer gingen sie oft spazieren, im Winter fuhren sie Ski.

Egor half im Haushalt, Aljonka nannte ihn „Opa“, und Vera bemerkte immer öfter, wie sie sich auf die Treffen mit dem Nachbarn freute.

Als Egor zu Verwandten verreiste, war der Hof leer. Eine Woche später kam er früher zurück:

„Ich habe euch vermisst. Hier fühle ich mich zu Hause.“ Aljonka umarmte ihn, und Vera lud ihn zu Pfannkuchen ein.

Nach dem Abendessen schenkte Egor dem Mädchen eine Matroschka und Vera eine Silberbrosche.

Draußen regnete es bereits leicht, der Schnee schmolz, und das Trio machte sich wieder auf den Weg auf dem vertrauten Pfad.

„Eins-zwei, drei-vier!“ befahl Aljonka. „Fester treten und nach vorne schauen!“

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